Von null auf 25.000 Notleuchten

Inotec-Geschäftsführer Klaus Blankenagel ist „Unternehmer des Jahres 2013“.


Banken und Berater hatten mit dem Kopf geschüttelt, als der Sauerländer sein Firmengründungsvorhaben vorstellte. Sie glaubten nicht recht an die Idee von Klaus Blankenagel, doch der ließ sich nicht entmutigen – und stemmte die Finanzierung alleine, ohne Darlehen, dafür mit umso mehr Eigeninitiative. Das war vor etwa 18 Jahren, Klaus Blankenagel war 54. „Wir haben wirklich bei null angefangen“, erinnert sich der Unternehmer, der die Inotec Sicherheitstechnik GmbH heute zusammen mit Michael Langerbein und Karl-Heinz Malzahn führt.

Die Kernkompetenz des Unternehmens mit Sitz in Ense sind innovative und kundenorientierte Entwicklungen im Bereich der Not- und Sicherheitsbeleuchtung. Technisch hochentwickelte Produkte wie Zentralbatterieanlagen mit Joker-Technik, CLS 24-Systeme und das dynamische Fluchtwegleitsystem D.E.R. haben weltweit neue Standards gesetzt, wobei den Anwendungsbereichen kaum Grenzen gesetzt sind. Inotec-Produkte kommen in allen Gebäuden zum Einsatz, in denen sich viele, oft ortsfremde Menschen aufhalten. In Flughäfen, Hotels, Waren- und Geschäftshäusern, Versammlungs- und Arbeitsstätten sorgen sie für die nötige Sicherheit, indem sie das gefahrlose Verlassen von eventuell gefährdeten Bereichen ermöglichen.

Das erste große Projekt nach Unternehmensgründung war die Ausstattung des Düsseldorfer Flughafens nach dem schweren Brandunglück im Jahr 1996. „In diesem Zusammenhang reifte bei uns der Gedanke, dass die stationären Notleuchten über der Tür, die leuchten, wenn der Strom ausfällt, nicht mehr ganz zeitgemäß sind“, schildert Blankenagel. „So entwickelten wir ein Leitsystem, das in Verbindung mit der Brandmeldeanlage funktioniert.“ Das Unternehmen war noch kein Jahr am Markt, als das erste Patent angemeldet wurde – es basierte auf der Idee, zwei verschiedene Schaltungsarten in einem Stromkreis zu realisieren.

Es folgten signifikante Entwicklungs- und Geschäftserfolge: 1999 konnten die neu errichteten Produktions- und Verwaltungsflächen mit rund 2.500 Quadratmetern in Ense-Höingen bezogen werden. Diese wurden zwei Jahre später erneut um 3.400 Quadratmeter erweitert, um der steigenden Nachfrage nach Inotec- Produkten gerecht zu werden. 2008 stieß man wieder an räumliche Grenzen und vergrößerte sich abermals um 2.800 Quadratmeter.

Doch nicht nur das rasche Wachstum und die positive Umsatzentwicklung der Inotec bewogen die zehnköpfige Jury, Klaus Blankenagel als „Unternehmer des Jahres“ auszuzeichnen – ebenso viel Wert wurde der Tatsache beigemessen, dass innerhalb der letzten drei Jahre über 40 neue Arbeitsplätze geschaffen werden konnten. Eine hohe Wertschätzung des auf über 200 Mitarbeiter angewachsenen Personalstamms ist integraler Bestandteil der Firmenphilosophie. Sportliche Aktivitäten wie Radtouren oder Fußball mit der eigenen Betriebsmannschaft schweißen Mitarbeiter und Geschäftsführung zusammen. „Außerdem haben wir von Anfang an größtmögliche Freiheit walten lassen, was die Gestaltung der Arbeitsplätze angeht“, erklärt Klaus Blankenagel. Neben Innovationskraft und technischem Know-how zeichnet sich die Inotec durch ein hohes Maß an Flexibilität aus. So wurden kürzlich 25.000 Leuchten für den Berliner Flughafen entwickelt – das derzeit größte deutsche Notlicht-Projekt.

Neben Klaus Blankenagel gehörten auch die Unternehmer Burkhard Rüssmann (L&R Kältetechnik, Sundern) und Karlheinz Voss (Die Blechprofis, Brilon) zu den drei Top-Nominierten, die es in die Endauswahl zum Unternehmer des Jahres geschafft hatten. Alexandra Brandt | bra@suedwestfalen-manager.de

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