Chef mit 26

superus Datenmanagement entwickelt Soft- und Hardwarelösungen für die mittelständische Industrie zur Optimierung ihrer Produktionsprozesse


Noch vor einem Jahr nahm Jens Fischer an der Deutschen Meisterschaft im Karambol-Billard teil. Doch statt in das Training, habe er viel Zeit in seine Diplomarbeit gesteckt und ein kleines Unternehmen gegründet. Schließlich müsse das Geld ja irgendwoher kommen, wenn man eine Sportart betreibt, in der man nichts verdienen kann, so erklärte der junge Sportler aus Birkenbrinkhausen damals der Lokalzeitung. Mit dem Titelgewinn rechnete er nicht wirklich: „Es wäre vermessen, wenn ich sagen würde, ich hätte Chancen“, wurde er zitiert.

Knapp ein Jahr später hat er einen Titel; Zwar nicht für eine sportliche, dafür aber für seine unternehmerische Leistung.

Seine Geschäftsidee, so die „Gründer“- Jury, habe einen einzigartigen Nutzen für kleine und mittelständische Industriebetriebe. Sein Unternehmen habe ein schlüssiges Konzept und sei mit dem Ziel gegründet worden, den Mittelstand für den Wettbewerb fit zu machen. Jens Fischer beweist nicht nur Mut und Unternehmergeist, sondern engagiert sich auch noch für die Nachwuchsförderung in der Billardsparte seines Heimatvereins – ein Vorbild durch und durch.

Schon während seines Informatik-Studiums in Siegen entwickelt Jens Fischer den Prototypen eines Computersystems für die Erfassung industrieller Fertigungsdaten. Es protokolliert den Arbeitsablauf einer Maschine und zeigt Störfaktoren innerhalb der Arbeitsabläufe auf. „Die Idee, eine Maschine mit einer Intelligenz auszustatten, sodass sie selbst ihre Zustände herausfinden und weitermelden kann, ist während eines Ferienjobs entstanden. Dabei habe ich beobachtet, dass die Maschinenführer alle Störungen händisch aufgeschrieben haben, und dachte mir, da muss es eine bessere Möglichkeit geben“, erinnert sich Fischer.

Die Gründerberatung an der Uni Siegen ist eine der ersten Anlaufstellen, bevor er im Oktober 2011 seine Firma gründet. Den Profisport als Billard-Spieler gibt er auf. „Das ist mir nicht leicht gefallen. Dafür ist es jetzt umso wichtiger, die Selbstständigkeit erfolgreich voranzutreiben, um die Entscheidung nicht irgendwann einmal zu bereuen“, sagt Jens Fischer und umschreibt sein mittelfristiges Ziel so: „Wenn durch meine Idee und das Unternehmen dahinter andere Leute ihre Familie ernähren könnten – das wäre schon super.“ Um dieses Ziel zu erreichen, stehen dem „Gründer des Jahres“ ab sofort Mentoren zur Seite, die ihn in Sachen Steuer- und Rechtsberatung, Marketing und Kommunikation, Personalentwicklung und Unternehmertum unterstützen. redaktion@suedwestfalen-manager.de

Zurück zu den Preisträgern